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2005/12/19

: poetry5 | Klabund

Klabund ist das Pseudonym des deutschen Schriftstellers Alfred Henschke. Er sieht sich als vagabundierenden Poeten, und beschreibt sein Pseudonym als eine Zusammensetzung aus Klabautermann und Vagabund.
Nach Studien der Chemie, Pharmazie, später Philosophie, Philologie und Literatur in München, Berlin und Lausanne, die er in keinem der Fächer abschliesst, erscheinen 1913 erste Gedichte in Alfred Kerrs Zeitschrift 'Pan'. Autor und Herausgeber müssen sich danach wegen Veröffentlichung 'unsittlicher' Verse vor Gericht verantworten, und erlangen nur mit Hilfe der Gutachten von Frank Wedekind und Richard Dehmel einen Freispruch.
Konnte sich Klabund 1914 noch für den Krieg begeistern, wandelt er sich später zum Pazifisten. 1917 veröffentlicht die 'Neue Zürcher Zeitung' einen offenen Brief von ihm an Kaiser Wilhelm II., in dem er ihn zur Abdankung auffordert, um den Völkerfrieden zu ermöglichen. Klabund wird eine Verbindung zum Münchener Spartakus vorgeworfen, und wegen 'Vaterlandsverrat' und 'Majestätsbeleidigung' verhaftet.

Franz Biel beschreibt ihn als einen überaus buntfarbigen "Kugelkäfer, dem seine natürliche Buntheit noch nicht genügt. Wo immer er was Farbiges findet, rollt er sich darin herum, so lange, bis er auf seinen kleinen Stacheln einiges davon aufgespießt hat, was ihn noch bunter erscheinen läßt, als er ist. Solches macht dem Klabunde Spaß."
Klabunds Bearbeitung der chinesischen Fabel "Der Kreidekreis" wird zu einem der meistaufgeführten Dramen der Weimarer Republik, sie dient Brecht als Vorbild für seinen "Kaukasischen Kreidekreis". Sein erzählerisches Werk war, da pazifistisch und oft sehr erotisch, häufigen Anfeindungen ausgesetzt, und wurde im 'Dritten Reich' als Asphaltliteratur verboten.

Einige Novellen des Decameron, in der Neubearbeitung von Klabund, hat vorleser.net als mp3 online gestellt. Weitere erotische Erzählungen finden sich im Gutenberg Projekt, u.a.
Das Lächeln der Margarete Andoux
Schon der Name, wenn man ihn wie eine Delikatesse in den Mund nahm: Margarete Andoux. Die Zunge streichelte ihn und wollte ihn nicht loslassen und hielt ihn zurück, bis er sich endlich löste und in einem Durmoll - 'doux' - hinstarb, das in ein flehendes 'du' hinüberglitt.
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via | Gutenberg Projekt |
klabund@amazon

link : www.klabund.de

Ein Lesebuch für die Tasche
Wo andere gehn, da muß ich fliegen...
Klabund
400 S., btb 1998

Ich wünsche Ihnen einen erotischen Wochenbeginn.

:: Uwe Haack