: Gegenwelten
Leisten Sie sich eine Gegenwelt zum 'normalen' Alltag, in der Pause, am Wochenende, in den Ferien? "Gegenwelten zerspalten die lineare Zeit. Sie bilden Inseln oder Riffe im Strom einer Beschleunigung, die immer mehr aus Funktionen und Pflichten, aus der Hast für das Nächste und aus der Furcht besteht, dass wir zu spät kommen könnten. Daher besitzen sie nicht selten eine leise Aura des Verbotenen."
Inspiriert von Piranesis 'Carceri' hat Martin Meyer für die NZZ-Beilage Literatur und Kunst Autoren gebeten, ihre 'Gegenwelten' zu beschreiben.
Für Kurt Flasch dauert die Gegenwelt nur 10-15 Minuten und spielt sich nur wenige Minuten nach dem Aufwachen im Bett ab. Der Serbe Bora Cosic phantasiert manchmal von einem Gemischtwarenladen, wie es sie früher, in seiner Kindheit, gegeben hat. Wo sich fast alles von der Welt befand, so dass sie draussen gar nicht zu existieren brauchte. Die Kunst ist für John Banville eine Gegenwelt, nicht um aus der Welt zu entfliehen, sondern in einem Teil von ihr zu verweilen. "In der Kunst finden wir vielleicht keine Tatsachen, aber wir finden Wahrheit. Und möglicherweise ist dies die wirkliche Quelle jenes schmerzhaften, schneidenden Gefühls von gleichzeitigem Erkennen und Fremdheit, von Gewinn und Verlust, das wir im Angesicht grosser Kunst erfahren; des Gefühls nämlich, dass diese Welt unsere Heimat ist und dass wir doch nicht in ihr daheim sind; dass die Welt immer Gegenwelt ist."
via | perlentaucher |
tags : art, literature
Inspiriert von Piranesis 'Carceri' hat Martin Meyer für die NZZ-Beilage Literatur und Kunst Autoren gebeten, ihre 'Gegenwelten' zu beschreiben.
Für Kurt Flasch dauert die Gegenwelt nur 10-15 Minuten und spielt sich nur wenige Minuten nach dem Aufwachen im Bett ab. Der Serbe Bora Cosic phantasiert manchmal von einem Gemischtwarenladen, wie es sie früher, in seiner Kindheit, gegeben hat. Wo sich fast alles von der Welt befand, so dass sie draussen gar nicht zu existieren brauchte. Die Kunst ist für John Banville eine Gegenwelt, nicht um aus der Welt zu entfliehen, sondern in einem Teil von ihr zu verweilen. "In der Kunst finden wir vielleicht keine Tatsachen, aber wir finden Wahrheit. Und möglicherweise ist dies die wirkliche Quelle jenes schmerzhaften, schneidenden Gefühls von gleichzeitigem Erkennen und Fremdheit, von Gewinn und Verlust, das wir im Angesicht grosser Kunst erfahren; des Gefühls nämlich, dass diese Welt unsere Heimat ist und dass wir doch nicht in ihr daheim sind; dass die Welt immer Gegenwelt ist."
via | perlentaucher |
tags : art, literature








