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2007/09/06

: Georg Simmel

Die Grosstädte und das Geistesleben

"Die tiefsten Probleme des modernen Lebens quellen aus dem Anspruch des Individuums, die Selbständigkeit und Eigenart seines Daseins gegen die Übermächte der Gesellschaft, des geschichtlich Ererbten, der äußerlichen Kultur und Technik des Lebens zu bewahren - die letzterreichte Umgestaltung des Kampfes mit der Natur, den der primitive Mensch um seine leibliche Existenz zu führen hat. ..."

Mit diesem mächtigen Satz begann der Philosoph und Mitbegründer der modernen Soziologie Georg Simmel vor mehr als 100 Jahren einen Vortrag zur Städteausstellung in Dresden.

Im gerade begonnenen 21. Jahrhundert hat man die Möglichkeit, diesen Text in einem Online-Archiv zu finden, kann ihn in einem Internet-Cafe ausdrucken, und muss sich nach Simmels ersten Gedanken zum Typus grossstädtischer Indivdualitäten in die unerwartet sich aufdrängenden Impressionen der Grossstadt werfen, um sich den entfesselten, nach wahrem Leben rufenden Bildern noch einmal hinzugeben, bevor man erschöpft von der anstrengenden und lauten Strömung am Rande der Strassenfluchten zu einem Espresso verweilt, und genussvoll die restlichen Gedanken verschlingt.

Die Grossstädte und das Geistesleben, Georg Simmel | Projekt Gutenberg
aus: Die Grossstadt. Vorträge und Aufsätze zur Städteausstellung.
(Jahrbuch der Gehe-Stiftung Dresden, hrsg. von Th. Petermann, Band 9, 1903, S. 185-206/Dresden)
:. Georg Simmel online | socio.ch

tags : culture, simmel, sociology