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2008/09/04

: Wolfgang Zurborn | China! Which China?

: Wolfgang Zurborn | China! Which China?
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Wolfgang Zurborn | China! Which China?

Als ich Wolfgang Zurborn vor mehr als 20 Jahren zum ersten Mal traf, zeigte er in der fotogalerie im wedding eine Mappe seiner Menschenbilder, und interessierte sich für eine Ausstellung bei uns, der letzten Galerie damals in West-Berlin, die ausschliesslich zeitgenössische Fotografie zeigte. Die Galerie Nagel hatte aufgegeben, der Werkstatt für Fotografie in Kreuzberg wurden die Mittel gestrichen.

Später, ich hatte mich vom Galerie-Kollektiv getrennt, hatte er dort seine Berliner Ausstellung, ich nahm seine Serie im virage-Projekt in meinen Film Standbilder auf. Die Arbeit von Wolfgang Zurborn bewundere ich seit langer Zeit, da freute es mich sehr, als er nach vielen Jahren Vorarbeit das visionäre Fotobuch drift endlich realisieren konnte.

Seine neue Arbeit China! Which China? sah ich vor wenigen Tagen zum ersten Mal. Es ist ein schöner Moment, wenn man eingeladen wird zu beobachten, wie ein Mensch noch zu seinen Lebzeiten den Erfolg seines Schaffens erleben darf. Wolfgang Zurborn hat nie etwas anderes - soweit ich das nachvollziehen kann - in seinem Leben gemacht, als mit voller Leidenschaft und verantwortungsvoller Genauigkeit genau das zu tun, was er für richtig oder spannend hielt.

: Wolfgang Zurborn | China! Which China?

Seit Menschenbilder - Bildermenschen sucht er die Wechselwirkung zwischen den Menschen und deren Bildern, der von sich/ihnen gemachten/für die geschaffenen Bilderwelten und der Wechselwirkung auf die Auserwählten. drift war ein Meilenstein der zeitgenössischen Fotografie, mit vermutlich ähnlichen Konsequenzen, wie es einmal The Americans von Robert Frank für die so genannte straight street photography in den 1950er Jahren war.

Wenn Wolfgang Zurborn in drift seiner eigenen Arbeit die Krone aufsetzte, dann hat er jetzt alle Freiheiten provokant zu fragen China! Which China?. "Es ist sehr erholsam, nach all den inszenierten Bildern der Olympischen Spiele, nach all der arrangierten, retuschierten Wirklichkeit mit Wolfgang Zurborns anarchistischem Auge auf China zu schauen. Der Zufall führt Regie, die Botschaft ist verschlüsselt, der Sinn spielt Verstecken, der Monolith zerfällt in Einzelteile", beginnt ein ganzseitiger Artikel Die Spiele sind vorbei, das Spiel beginnt von Jakob Strobel y Serra in der FAZ. Das Spiel beginnt vor allem für Wolfgang Zurborn, oder für uns, wenn wir es uns gönnen, uns in die Labyrinthe seiner vielschichtigen Bilderwelten fallen zu lassen, um taumelnd, irritiert wieder aus ihnen heraus zu krabbeln.

Nicht nur das Einlassen auf Zurborns Bilder auch das Verweilen im stets neu gewählten Kontext der Publikation hat seinen Reiz. In der neuen Arbeit sind es aufwendig gestaltete Klapp-Portfolios, wie sie eher an der Uni verwendet werden, wenn eine Semesterarbeit publiziert werden soll. Meine Befürchtung ist eine sehr neugierige, was die Arbeit - nicht nur die fotografische - von Wolfgang Zurborn betrifft: Wir werden aus dem Staunen nicht mehr heraus kommen. Nach der HEIDI zeigt er erstmalig in einem solchen Rahmen seine Kochkünste am Wok ...

Wolfgang Zurborn | China! Which China?
05.09. - 10.10.2008 Galerie V8, Köln DE / map
Eröffnung : 05.09.2008, 19 H
Booksigning und Koch-Event : 25.09.2008, 19 H
:. Wolfgang Zurborn

Seit 22 Jahren und über 150 Ausstellungen betreibt Wofgang Zurborn zusammen mit Tina Schellhorn in Köln die Galerie Lichtblick, die im Rahmen der 19. Photoszene Köln ihre China-Ausstellung am folgenden Tag eröffnen:

China Stories
mit Fotografien von Harvey Benge, Øyvind Hjelmen, Ferit Kuyas und Pok Chi Lau
07.09. - 05.10.2008 Galerie Lichtblick, Köln DE / map
Eröfnung : 06.09.2008, 20 H

tags : art, photography, zurborn
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